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Feb
18

Alles neu

Nun ist es doch schon eine Weile her, seit ich einen letzten Artikel hier geschrieben habe, und mich plagt das schlechte Gewissen.
Die Seite “Sein-Nichtsein” war mein ambitioniertes Lieblingsprojekt, mein Baby, aber plötzlich hat man keine Zeit mehr, es gehen einem die Themen aus.

Ich möchte die Seite definitiv nicht dicht machen, denn in unserem Beruf gibt es viele spannende Dinge zu berichten.
Allerdings wird der Blog nun zweigleisig fahren. Zum einen werden hier Beiträge veröffentlicht, zum anderen auch auf meiner neuen Seite “KreativPartner“.
KreativPartner ist kein Blog, sondern ein Forum zur Präsentation meiner Seminar- und Workshopangebote.

2011 steht für mich ganz im Rahmen der “Existenzgründung”, ich muss mich selbst etwas umstrukturieren, und einen Großteil meiner Zeit bringe ich für die Seminare im Bereich Kommunikation, Schlagfertigkeit und Rhetorik sowie Schauspiel- und Improtraining auf. Wie Ihr hier und im Podcast (den ich leider auch stark vernachlässigt habe) schon erfahren habt, liegt mir meine Funktion als  Trainer sehr am Herzen, von daher werde ich mich verstärkt auf diesen Bereich konzentrieren.

Schaut doch einfach mal vorbei auf www.kreativpartner.philippwimmer.com und folgt mir auch auf Twitter.

Jan
10

Mut

inspiriert von Eric Barr (www.actingis.com)

Schauspieler neigen dazu, sich immer wieder mit Attributen zu schmücken. Sie nennen sich Charakterdarsteller, Comedians, vielseitig, vergleichen sich mit Kinski, Depp oder Hepburn. Doch selten hört man einen Schauspieler von sich behaupten: “ich bin mutig.”
Allein schon unsere Entscheidung, diesen Beruf, diese Kunst als unsere Erfüllung zu wählen, bedurfte einiges an Mut.

Wir setzen uns Risiken aus. Nicht nur das finanzielle Risiko oder das Infragestellen einer Karriere, allein die Entscheidungen, die wir tagtäglich auf der Bühne und vor der Kamera fällen, erfordert uneingeschränkten Mut. Wir sind Öffentlichkeitspersonen, kehren unser Innerstes nach aussen und entblößen unser Innenleben vor anderen, meist wildfremden Menschen.
Wir müssen Neues wagen, offen sein und uns verbiegen. Nur so können wir auf dem Markt bestehen, und, viel wichtiger, an uns selbst und unseren Erfahrungen wachsen.

Jedes Vorsprechen und jedes Casting ist eine neue Herausforderung, es wird entschieden, ob wir im nächsten Monat mit einem Job und Geld in der Tasche dastehen oder nicht.
Wir werden nie “wissen”, was tatsächlich sein wird. Und dieses Gefühl sollte uns vorantreiben. Wir müssen der Ungewissheit ins Auge sehen, das Machbare erahnen und mit entschlossenen Schritten darauf zugehen.

Das Künstlerdasein ist nichts für die Unentschlossenen, auch nichts für die Nervenschwachen. Es ist für diejenigen, die dem Abenteuer ins Gesicht sehen und sich den Herausforderungen stellen, tagtäglich.
Für uns, die wir Mut haben.

Eric Barr ist einer der wegweisenden Schauspielcoaches in den USA und Autor des Blogs www.actingis.com. Seine Skripte und Podcasts sind Inspiration für meinen Blog. Mit freundlicher Genehmigung darf ich hier seine Gedanken aufgreifen und weitergeben. Es handelt sich dabei nicht um bloße Übersetzungen seiner Worte, sondern um meine eigenen Auseinandersetzungen mit diesen Themen.
Alle von Eric Barr aufgegriffenen Themen werden mit dem Verweis “Inspiriert von Eric Barr” gekennzeichnet.

—– Artikel wurde auf meinem iPad erstellt

Jan
09

Hamlet – Ein Gedankenfragment

Hamlet. Prinz von Dänemark. Sohn von Hamlet, König von Dänemark. Vater tot, Sohn lebt. Sohn also König von Dänemark? Nein, Hamlet ist nicht der Nachfolger von Hamlet.
Ich bin Hamlet, der Sohn des Vaters. Bin ich also Hamlet, Prinz von Dänemark, auch wenn Hamlet, König von Dänemark nicht mehr ist? Ich bin er war. Also bin ich? Oder bin ich nicht? Ich bin nicht König. Er ist nicht mehr König, ich bin also Prinz. Bin ich, oder bin ich nicht? Warum bin ich noch, wenn der Vater nicht mehr ist? Ich bin. Sein. Er ist tot. Nicht sein. Was ist besser? Sein oder nicht sein. Das ist hier die Frage.

Philipp Wimmer.
Weder Prinz noch König.
Nur Sohn, nicht Vater.

—– Artikel wurde auf meinem iPad erstellt

Jan
06

Ein Plädoyer für das Webvideo! (Beitrag von Marco Mehring)

Der Autor Marco Mehring ist freischaffender Schauspieler aus Hamburg. Seit kurzem findet man ihn auch bei Twitter unter @marcomehring.

Wer Schauspieler ist, und sich schon einmal persönlich bei einem Caster vorgestellt hat, kennt das Szenario: Man wird in einen Raum geführt: Schreibtisch, Rechner und Regale. Ganz viele Regale. Hohe Regale. Gefüllt mit  Demovideos unzähliger Schauspieler.

Als ich das erste Mal so einer Situation ausgesetzt war, habe ich erst mal nicht schlecht gestaunt. „Wer schaut sich DAS alles an?“ Und: „Das muß ja eine Unmenge an Geld verschlungen

haben, falls jeder Schauspieler an jeden Caster eins von diesen Hochglanzdingern verschickt.

Jährlich!

Eine DemoDVD kostet im Schnitt 10 Euro. Mehr oder weniger. Dazu zählen noch nicht die Produktionskosten, für die man auch noch einmal 50 – 200 Euro berappen muß. (Schnitt, Musik, Ausspielung etc). Nicht zu unterschätzen der Zeitaufwand. Dazu der Druck des Covers, Aufdruck auf der DVD, eventuelles Inlay. Manche Cutter machen daß Inklusive, der Großteil der Kollegen jedoch geht aber zu einer

Druckerei und lässt es sich manuell anfertigen.

Die meisten Agenturen machen Massenaussendungen, bei denen sich der Schauspieler mit einem „Obolus“ beteiligt, bei vielen muß der einzelne Schauspieler aber die Unkosten tragen. Bei geschätzten 100 Castern (Werbung, Film, TV) kommt man auf 1000 Euro. Falls man keine Agentur hat, und eine sucht, kommt man nochmal auf 100 Agenturen, bei denen man sich bewerben kann. Und noch einmal kann man 1000 Euro ausgeben. Dazu kommt noch das Porto, mit eventuellem Rückumschlag. Ok…von den Photos wollen wir jetzt nicht sprechen. Das ist ein anderes ThemaJ

Soviel zur „Offlinewelt“, dem DVD Showreel.

Nun zur „Onlinewelt“, dem Webvideo

Natürlich ist es selbstverständlich, sich online zu präsentieren. Dazu gehört auch ein Online –Webvideo. Das zu erstellen kostet meist einen Bruchteil dessen, was ein „Offlinedemo“ kostet. Man braucht einen fähigen Cutter mit Sinn und Verstand, gerade im Hinblick auf Szenendramaturgie und Komposition, das eigene Material und nach ein paar Stunden hat man das fertige Showreel in der Hand.

Das gibt man dann seiner Agentur, die es bei sich auf der Webseite online stellt oder man bindet es bei

Youtube| (HD Qualität; auch in Vollbildfunktion; Iphone und Ipad kompatibel)

Vimeo | ( HD Qualität; auch in Vollbildfunktion; Iphone und Ipad kompatibel)

Dailymotion | ( HD Qualität; auch in Vollbildfunktion; Iphone und ipad kompatibel)

ein.

Wer das nicht möchte oder kann, gibt sein Showreel dem Team von Schauspielervideos das es in ein Flashformat umwandelt und online stellt. Das Besondere hier ist vielleicht die Kapitelfunktion, die das „skippen“( wie bei einer DVD) von Szene zu Szene einfach macht.

Seit kurzer Zeit ist Schauspielervideos auch mit Crew – United verbunden und hat sich im Zuge des Zusammenschlusses ein paar „Schmankerl“ ausgedacht. Hier das Tutorial „Die Vita lernt

laufen.

Weitere Möglichkeiten sind natürlich Filmmakers (http://www.filmmakers.de/filmmakers/), CastForward(http://www.castforward.de/) , das Tool der Caster der UFA, die heute schon auf

DVD´s verzichten. Director´s Cut (http://www.directorscast.de/), die Castingdatenbank der deutschen Film und Fernsehregisseure.

Wie ihr seht, sind die Möglichkeiten gegeben, sich ordentlich, mit wenig Aufwand und wenig Geld, zu präsentieren.

Also was denn nun?

Ein „Offlinevideo“ ( DVD Showreel) UND ein „Onlinevideo“ ( Webvideo)?

Meine Erfahrung ist, dass einem eingeredet wird, dass beides notwendig ist, um „wahrgenommen“ zu werden. Die Argumentation ist oft, dass man bei einer DemoDVD ja etwas „in der Hand“ hat und es überall hin mitnehmen kann. Das Argument zählt nicht. Digitale Medien kann man auch überall hin mitnehmen, außerdem kann man das Webvideo per Email verschicken oder es zum Download bereitstellen.

Suggestion ist in unserer Branche die Kraft, die Menschen rennen läßt: „Du brauchst Ausbildung, Fortbildung, Homepage, Sprachdemos, DemoDVD, Webvideo, PDF Vita, und so weiter und so fort.“

Außerdem tausend Kenntnisse in tausend Angelegenheiten. Und viele Kollegen machen das gerne und schlucken alles, was von ihnen verlangt wird.

Leider wird selten daran gedacht, dass dies alles viel Geld kostet. Jeder möchte arbeiten, jeder möchte ein Stück „Ruhm“, ein Stück Erfolg, ein Stück vom Kuchen abhaben. Wenn man einige Jahre im Geschäft ist, kann man ja einmal eine „Soll und Haben“ Rechnung aufstellen, um zu sehen, was man investiert hat, und was man „zurückbekommen“ hat. Rein monetär, versteht sich.

Wir Schauspieler werden oft unterbezahlt, die Meisten haben Zweit oder Drittjobs um über die Runden zu kommen, geben aber ihre Leidenschaft zum Beruf niemals auf. Wir leben in einem digitalen Zeitalter. (Fast) jeder kann spielend mit einem Computer umgehen. Viele bauen und basteln sich ihre Webseiten schon selbst und fangen an, sich mit Schnittprogrammen auseinander zusetzen, haben „Highend“ Drucker zu Hause, kurz ihr eigenes Büro, wo im Mittelpunkt der PC oder der Mac steht. Wir leben nicht mehr in Zeiten, wo man sich über ein Modem einwählt und die Darstellung eines Videos Minuten oder gar Stunden braucht. Alles geht in Sekundenschnelle.

Warum dann nicht endlich auf die DemoDVD, das „Offlinevideo“ verzichten?

Nicht nur der Umwelt wäre ressourcenmäßig damit geholfen, sondern auch dem Geldbeutel des Schauspielers und der Platzkapazität der „Entscheider“. Ein Kollege sagte letztens zu mir: „Die Melkkühe der Nation sind nicht die Autofahrer, sondern die Schauspieler.“ Das ist vielleicht ein wenig provokant, habe dem aber nichts hinzuzufügen, außer das jeder darüber nachdenken sollte, ob er wirklich BEIDES braucht. Wie einfach wäre es, wenn alle Caster und Agenturen in Zukunft das Webvideo als das ansehen, was es ist: das Medium der Zukunft.

Verhältnisse lassen sich ändern!

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